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Zeit zu sterben
Der Zen-Meister Ikkyū Sōjun (jap. 一休宗純, Ikkyū Sōjun) war schon als junger Schüler von scharfem Geist. Sein Lehrer besass eine kostbare Teeschale, eine seltene Antiquität. Eines Tages zerbrach Ikkyū diese Schale. Als er Schritte hörte, erschrak er und hielt die Scherben hinter seinem Rücken verborgen. Sein Lehrer trat in den Raum. Ikkyū fragte: „Meister, warum müssen die Menschen sterben?“ Der Lehrer antwortete ruhig: „Das ist natürlich. Alles muss sterben und lebt nur so lang

Gongan - Koans
vor 7 Tagen1 Min. Lesezeit


Nichts existiert
Der Chan-Schüler Yamaoka Tesshū (jap. 山岡鉄舟, Yamaoka Tesshū) wanderte von Meister zu Meister, auf der Suche nach wahrer Einsicht. Schließlich trat er vor Dokuon (jap. 独園承珠, Dokuon Jōshu) im Tempel Shōkoku. Um seine Erkenntnis zu zeigen, sagte Tesshū: „Geist, Buddha und alle Wesen existieren letztlich nicht. Die wahre Natur aller Erscheinungen ist Leere. Es gibt keine Verwirklichung, keine Täuschung, keine Weisheit, keine Mittel. Es gibt kein Geben und nichts, was empfangen wir

Gongan - Koans
20. Feb.1 Min. Lesezeit


Siddhartha und die Schale des Mitgefühls
Siddhartha wanderte eines Tages durch ein Dorf am Rande des Waldes. Die Menschen hatten von ihm gehört und kamen, um ihm zu begegnen. Sie brachten Speisen dar – Reis, Früchte, Gemüse und Brot. Unter ihnen war auch ein Mann, der es gut meinte, doch die Gewohnheiten der Sangha nicht kannte. Er brachte Fleisch als Gabe mit. Eine Frau flüsterte ihm zu: „Die Gemeinschaft Siddharthas lebt ohne Fleisch.“ Der Mann erschrak und wollte es selbst verstehen. Zögernd trat er zu Siddhartha
Daomonk- Michu
13. Feb.1 Min. Lesezeit


Den Wind fangen
Es war einmal ein junger Mönch, dessen Seele so rastlos war wie die Wellen eines aufgewühlten Meeres. Er hatte viel über die „Erleuchtung“ gelesen und gehört, dass sie wie ein gewaltiger Wind sei, der alles Alte hinwegfegt und die Seele klärt. Er wollte diesen Zustand unbedingt besitzen. Eines Nachts, als ein gewaltiger Sturm über die Berge fegte, rannte er hinaus in die Dunkelheit. In seinen Händen hielt er eine filigrane Papierlaterne. Er glaubte, wenn er nur schnell genug
Daomonk- Michu
10. Feb.2 Min. Lesezeit


Ihr sollt Schlafen
Der Chan-Meister Gasan Jōseki (jap. 峨山韶碩, Gasan Jōseki) sass am Bett seines Lehrers Tekisui (jap. 鉄水, Tekisui). Drei Tage bevor Tekisui sterben würde. Gasan war bereits von ihm als sein Nachfolger bestimmt worden. Ein Tempel war vor Kurzem abgebrannt, und Gasan arbeitete unermüdlich am Wiederaufbau. Tekisui fragte ihn: „Was wirst du tun, wenn der Tempel wieder errichtet ist?“ Gasan antwortete: „Wenn du wieder gesund bist, sollst du dort unterrichten.“ Tekisui fragte weiter: „

Gongan - Koans
6. Feb.1 Min. Lesezeit


Die Natürlichkeit der Tiere
Ein Schüler fragte Meister Weizhen: „Meister, ist der Mensch dem Tier überlegen?“ Weizhen sah ihn ruhig an und fragte: „Was nennst du Überlegenheit? Andere mit Gewalt zu knechten?“ Der Schüler erschrak. „Nein, Meister. Das sicher nicht.“ Weizhen fuhr fort: „Ist es Überlegenheit,wenn der Mensch meint, die Welt nach seinem Bild formen zu dürfen?“ Der Schüler schwieg einen Moment. Dann sagte er leise: „Das wäre Blasphemie …“ Weizhen nickte. „Oft glaubt der Mensch, er wisse, was

Gongan - Koans
30. Jan.1 Min. Lesezeit


Das wahre Wunder Bankei
Das wahre Wunder Der Chan-Meister Bankei (jap. Bankei Yōtaku 盤珪永琢) lehrte im Ryūmon-Tempel. Eines Tages erschien ein Shinshū-Priester, der glaubte, Erlösung entstehe durch das endlose Wiederholen des Buddha-Namens. Er beneidete Bankei um seine große Zuhörerschaft und suchte den Streit. Während Bankei sprach, unterbrach der Priester ihn und begann laut zu prahlen. „Der Gründer unserer Schule“, sagte er, „besaß solche Kräfte, dass er mit einem Pinsel von einem Flussufer zum and

Gongan - Koans
23. Jan.1 Min. Lesezeit


Das Ego des Menschen
Ein Schüler trat zu Meister Weizhen und sagte: „Meister Weizhen, wir Menschen sind doch die höchste Form des Lebens.“ Weizhen lächelte leicht. „Ist das so?“ Der Schüler erwiderte: „Wir haben so viel erschaffen. Wir sind intelligent.“ Weizhen antwortete ruhig: „Gerade weil der Mensch das denkt, übersieht er, dass es unzählige Formen von Leben gibt, die er nicht versteht. Die Tiere leben in Spektren, die unser Seele nicht erfassen kann. Wer sich für überlegen hält, sieht oft we

Gongan - Koans
12. Jan.1 Min. Lesezeit


Die gepflegte Schale
Ein Mönch fragte den Meister:„Wenn es kein Selbst gibt,warum achtest du auf Haltung, Atem und Körper?“ Der Meister nahm eine schlichte Tonschale, spülte sie ausund stellte sie vor den Mönch. Die Schale war leer. Der Meister ging zum Brunnen, füllte sie mit Wasserund reichte sie dem Mönch. „Trink.“ Nachdem der Mönch getrunken hatte,stellte der Meister die Schale umgedreht auf den Tisch. Der Meister sagte: „Gerade weil sie leer ist, kann sie klar halten.“ Der Mönch fragte: „Und

Gongan - Koans
26. Dez. 20251 Min. Lesezeit


Der Mandala-Körper
Ein Schüler fragte den Meister Weizhen: „Warum pflegen wir den Körper, wenn doch alles vergänglich ist?“ „Er ist wie ein Mandala. Wir verbringen Stunden, Tage, zum Teil auch Wochen damit, ein fast perfektes Mandala zu erschaffen. Doch wenn wir fertig sind, geben wir es in den Fluss und lösen es so wieder auf“, sprach Weizhen. Der Schüler war verwirrt. „Warum all die Mühe, wenn man es zerstört?“ Der Meister antwortete: „Gerade weil es vergeht, pflegt man es, denn dies ist die

Gongan - Koans
15. Dez. 20251 Min. Lesezeit


Der Räuber Zhí — 盜跖 (Dào Zhí)
Dào Zhí 盜跖 war ein berüchtigter Räuber, der mit tausend Gefolgsleuten raubte, plünderte und mordete. Als Kǒngzǐ 孔子 hörte, dass sich einer seiner Schüler dem Räuber Zhí angeschlossen hatte, beschloss er, ihn zu bekehren. Er machte sich mit seinen Schülern auf den Weg und sprach zu ihm über Tugend, Gerechtigkeit und Sittlichkeit. Doch Dào Zhí lachte laut auf und sagte: „Kǒngzǐ, du sprichst von Tugend und Gerechtigkeit, doch die Welt ist voller Heuchelei. Herrscher töten mit Wor

Gongan - Koans
5. Dez. 20251 Min. Lesezeit


Die Freude der Fische — 魚之樂 (Yú zhī Lè)
Zhuāngzǐ (莊子) und Huìzǐ (惠子) wandelten eines Tages über die Brücke am Hào-Fluss (濠水 Hào shuǐ). Zhuāngzǐ blieb stehen und blickte in das klare Wasser. „Sieh, wie fröhlich die Fische aus dem Wasser springen – das ist die Freude der Fische“, sagte er. Huìzǐ runzelte die Stirn. „Du bist kein Fisch, Zhuāngzǐ. Wie kannst du wissen, was die Freude der Fische ist?“ Zhuāngzǐ lächelte. „Und du bist nicht ich, Huìzǐ. Wie kannst du wissen, dass ich es nicht weiß?“ Huìzǐ schwieg kurz und

Gongan - Koans
28. Nov. 20251 Min. Lesezeit


Der Weg des Schildkrötenmeisters
Sie arbeiteten als Milchlieferanten, liefen mit Milchflaschen zu Fuß durchs Dorf, sprangen über Zäune und Steine, während Meister Roshi vor ihnen herging und sang:„Hoppla di e, hoppla da!“ Goku lachte und sang manchmal mit. Zwischendurch halfen sie auf Baustellen, schleppten Zementsäcke und machten unzählige Liegestütze. Nach dem Mittagessen gab es stets eine kurze Pause – dann ging das Training weiter. Kuririn stöhnte: „Meister Roshi lässt uns schuften wie Ochsen! Wann lerne

Gongan - Koans
21. Nov. 20251 Min. Lesezeit


Der Tee, der zu lange zieht
Weizhen traf einen guten Kollegen, und sie gossen einen neuen Tee auf. Plötzlich sagte der Kollege: „Oh nein, wir haben den Tee vergessen!“ Weizhen antwortete ruhig: „Na ja, vergessen oder nicht – es ist, wie es ist.“ Der Kollege erwiderte: „Aber jetzt wird er bitter sein.“ „So ist es, doch brauchen wir dies wohl heute, wenn unsere Achtsamkeit noch nicht ganz wach ist“, sagte Weizhen und er fuhr fort: „So trinken wir nun die Bitterkeit des Lebens, wenn wir den Augenblick vers

Gongan - Koans
14. Nov. 20251 Min. Lesezeit


Das Geräusch des Regens
Als Thich Nhat Hanh noch ein junger Novize war, putzte er eines Abends die Tempelglocke. Der Regen setzte ein – erst sanft, dann dichter. Er hörte, wie die Tropfen auf das Dach fielen, wie sie ungleich und doch harmonisch klangen. Seine Hand bewegte sich im gleichen Rhythmus, der Atem folgte dem Klang. In diesem Augenblick verschmolz alles –Regen, Klang, Atem, Bewegung. Er bemerkte keinen Unterschied mehr zwischen sich und dem, was geschah. Es gab nur noch Tun – und völlige G

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7. Nov. 20251 Min. Lesezeit


Die letzte Frage
Es war am Ende eines Trainings, als noch ein wenig Zeit übrig war – gerade genug für eine letzte Frage. Meister Weizhen blickte in die Runde und sprach ruhig: „Schüler, habt ihr noch eine Frage? Es reicht jedoch nur für eine einzige.“ Einen Moment lang herrschte Stille. „Hat wirklich niemand eine Frage?“, fragte Weizhen. Schließlich meldete sich ein Reifa und sagte: „Meister, ich hätte eigentlich viele Fragen.“ Weizhen nickte. „Dann stell einfach eine davon.“ Reifa schwieg, d

Gongan - Koans
31. Okt. 20251 Min. Lesezeit


Der Wind und die Laterne
Ein Schüler fragte den Meister: „Meister, wie erkenne ich, ob meine Seele ruhig ist?“ Der Meister zündete eine kleine Laterne an und stellte sie in den Wind. Die Flamme flackerte, doch er sagte nichts. Nach einer Weile sprach der Schüler: „Die Flamme zittert – so ist wohl auch meine Seele.“ Der Meister blies die Laterne aus. „Und jetzt?“ fragte er. Der Schüler schwieg. Der Meister lächelte: „Wenn auch ohne Licht der Weg noch hell ist –dann ruht auch deine Seele.“
Daomonk- Michu
24. Okt. 20251 Min. Lesezeit


Der singende Reiher
Ein Schüler fragte Meister Zhuang: „Meister, warum wählen manche den schwierigen Weg, wenn sie doch bequem im Luxus leben könnten?“ Zhuangzi zeigte auf einen Reiher, der über den Sumpf schritt. „Siehst du den Vogel dort?“ „Ja, Meister.“ „Er muss zehn Schritte machen, um etwas zu picken zu finden, und hundert Schritte, um Wasser zu trinken –und doch singt er.“ sprach Zhuangzi. Der Schüler fragt: „Und wenn man ihn füttert?“ Zhuangzi antwortete: „Dann hört er auf zu singen.“ Der

Gongan - Koans
17. Okt. 20251 Min. Lesezeit


Stagnation
Ein Schüler kam zu Meister Weizhen und sagte: „Meister Weizhen, ich fühle mich innerlich so oft wie eingefroren.Meine Gedanken drehen...

Gongan - Koans
10. Okt. 20251 Min. Lesezeit


Moos am Stein
Ein Schüler fragte Maozi: „Meister, wie erlange ich Unsterblichkeit?“ Maozi deutete auf das Moos, das im Fels wuchs. Der Schüler schaute...

Gongan - Koans
26. Sept. 20251 Min. Lesezeit
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