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Das wahre Wunder Bankei

Das wahre Wunder

Der Chan-Meister Bankei

(jap. Bankei Yōtaku 盤珪永琢)

lehrte im Ryūmon-Tempel.

Eines Tages erschien ein Shinshū-Priester,

der glaubte, Erlösung entstehe

durch das endlose Wiederholen des Buddha-Namens.


Er beneidete Bankei um seine große Zuhörerschaft

und suchte den Streit.


Während Bankei sprach,

unterbrach der Priester ihn

und begann laut zu prahlen.

„Der Gründer unserer Schule“, sagte er,

„besaß solche Kräfte,

dass er mit einem Pinsel

von einem Flussufer zum anderen

den ganzen Namen Amidas schreiben konnte –

und sein Diener hielt dort das Papier.

Kannst du ein solches Wunder vollbringen?“


Unruhe entstand im Saal.


Bankei sah den Mann ruhig an und sagte mild:

„Solche Kunststücke

mag dein Lehrer beherrschen.

Doch das ist nicht der Weg des Chan.“


Er schwieg einen Moment.

Dann sagte er:

„Mein Wunder ist einfach.

Wenn ich hungrig bin, esse ich.

Wenn ich durstig bin, trinke ich.“


Es kehrte wieder Stille ein.



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