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Bāhiya und der Erwachte (Buddha)

Ein Wanderasket in einem Gewand aus Rinde erreichte das einfache Lager des Erwachten auf dem Land.


Man hatte ihm gesagt:

„Der Buddha weilt dort, unter den Bäumen.“


Bāhiya trat vor ihn und sagte ohne Umschweife:

„Lehre mich jetzt. Ich habe nicht viel Zeit.“


Der Buddha betrachtete ihn lange.


Dann sprach er ruhig:

„Im Gesehenen sei nur das Gesehene.

Im Gehörten nur das Gehörte.

Im Gefühlten nur das Gefühlte.

Im Gedachten nur das Gedachte.

Dann bist du nicht darin.

Dann bist du nicht dort.

Dann bist du nicht dazwischen.

Das allein ist das Ende des Leidens.“


Bāhiya schwieg.


Sein Blick veränderte sich.


Dann verneigte er sich tief

und ging ohne ein weiteres Wort.

Bāhiya ging in die Stadt,

um ein einfaches Gewand zu erbitten.


Auf dem Weg durch die engen Gassen

wurde er von einer Kuh niedergestoßen

und starb.


Als die Mönche davon hörten,

fragte einer den Buddha:

„Er war eben noch hier.

Nun ist er tot.

War sein Erkennen vergeblich?“


Der Buddha antwortete still:

„Bāhiya hat erkannt,

was zu erkennen war.“


Ein Schüler fragte:

„Er hatte so wenig Lehre. Warum genügte sie?“


Der Buddha sagte:

„Weil er nichts hinzufügte.“


Kommentar:

Auch das Erwachen schützt nicht vor dem Wirken des Karmas im Diesseits –

doch im Jenseits ist alles klar

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