Unterschiedliche Wiedergeburt
- Gongan - Koans

- 31. Juli
- 1 Min. Lesezeit

Eines Tages besuchte ein Brahmane den Erhabenen. Nachdem sie sich respektvoll begrüßt hatten, setzte er sich neben ihn und stellte eine Frage:
„Meister Gotama, warum geraten manche Menschen nach ihrem Tod in leidvolle Bereiche, während andere in glückliche Welten gelangen?“
Der Gotama antwortete:
„Es sind die eigenen Taten, die den Weg bestimmen. Wer von Gier, Hass und Täuschung geleitet wird, erschafft Leid und bewegt sich in dunklere Bereiche des Daseins.
Wer dagegen Tugend pflegt, ehrlich handelt und Mitgefühl entwickelt, erschafft die Ursachen für Glück und gelangt auf einen lichteren Weg.“
Der Brahmane dachte einen Moment nach und fragte:
„Ist es also nicht Zufall oder Schicksal, sondern das eigene Handeln, das die Richtung bestimmt?“
Der Buddha nickte.
„Jeder Mensch sät die Samen seiner Zukunft und erntet die Saat der Vergangenheit. Aus einem bitteren Samen wächst keine süße Frucht. Aus einem guten Samen entsteht eine süße Frucht.
Doch die Saat ist wandelbar. Wer die Ursachen erkennt, kann neue Samen pflanzen. Wer die alten Muster nicht erkennt, wird immer wieder dieselbe Ernte einbringen.
Das Gesetz von Ursache und Wirkung macht keinen Unterschied zwischen Arm und Reich, Gelehrtem und Unwissendem.“
Da erkannte der Brahmane die Tiefe dieser Worte.
„Wie jemand eine Lampe in einen dunklen Raum trägt, so hast du Klarheit in meine Verwirrung gebracht. Von heute an nehme ich Zuflucht zu deiner Lehre und bemühe mich, diesen Weg zu gehen.“
Bemerkung
Gotama (Siddhartha Gotama) ist der historische Buddha und Begründer des Buddhismus. In den alten Texten wird er häufig als „Herr Gotama“ oder als „der Erhabene“ bezeichnet.




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