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Der Hund und die Buddha-Natur

Ein Mönch fragte Zhàozhōu Cóngshěn 趙州從諗:

„Hat auch ein Hund die Buddha-Natur?“


Zhàozhōu antwortete: „Wú 無.“


Der Mönch war verwirrt. Nach allem, was er gelernt hatte, hätte die Antwort doch „Ja“ lauten müssen.


Doch der Meister sagte nichts weiter.


Der Mönch dachte lange über dieses eine Wort nach. Erst als er aufhörte, nach einer Antwort zu suchen und das Denken in „Ja“ und „Nein“ losliess, begann sich seine Sicht zu verändern.


Kommentar: Nach den Lehren des Mahāyāna-Buddhismus besitzen alle fühlenden Wesen die Buddha-Natur. Deshalb erwartete der Mönch vermutlich die Antwort „Ja“.

Zhàozhōus Antwort „Wú 無“ scheint dieser Lehre zunächst zu widersprechen. Doch genau darin liegt der Kern dieses Gōng'àn. Der Meister wollte keine philosophische Antwort geben, sondern den Mönch aus seinem begrifflichen Denken herausführen. Das „Wú“ bedeutet hier nicht einfach „Nein“, sondern weist auf eine Wirklichkeit hin, die sich weder mit „Ja“ noch mit „Nein“ erfassen lässt.

Bis heute gehört dieses Gōng'àn zu den bekanntesten der Chán- und Zen-Tradition und wird besonders in der Rinzai-Schule als Meditationsobjekt verwendet.


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