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Die andere Seite des Ufers

Ein junger Mönch war als Vagabund auf Reisen, um Erleuchtung zu finden.

Da stand er am Ufer eines breiten Flusses, unsicher, wie er den Fluss überqueren sollte.


Nach einer Weile sah er einen älteren Mönch auf der anderen Seite.

"Meister", rief der Mönch, "wie kann ich auf die andere Seite gelangen?"

Der ältere Mönch überlegte, schaute den Fluss und den jungen Mönch an und antwortete: "Mein junger Freund, du bist bereits auf der anderen Seite."

Die Antwort des Lehrers verwirrte den jungen Mönch zunächst, doch dann erkannte er die Metapher dahinter.

Sie stand für die Hindernisse und Illusionen im Leben. Es ging nicht um physische Überquerung, sondern um einen Bewusstseinszustand. Die andere Seite war ein Zustand des Geistes, in dem die Dualität nicht vorhanden ist und Harmonie mit allem herrscht. So verstand der junge Mönch die große Wahrheit, nach der er suchte: Sie war bereits in ihm. Man muss es nur erkennen. Oft ist es nur ein kleiner Perspektivenwechsel, und wir können bewusst die Wahrheit sehen.


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