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Die Fesseln des Verlangens

Ein Mönch kam zu Buddha und fragte ihn: "Meister, ist das Leben in der Welt schwerer als das Leben im Gefängnis?"


Buddha antwortete: "Wenn du ins Gefängnis gehst, gibst du viele Dinge auf und befreist dich von Anhaftungen, da du keine Möglichkeiten mehr hast. Du bist für eine gewisse Zeit eingesperrt und kannst wieder freigelassen werden. Aber die weltlichen Bindungen – Familie, Besitz, Ruhm – fesseln dich ständig. Diese Fesseln bringen Sorgen und Anhaftungen mit sich, gefolgt von Ängsten und endlosen Verpflichtungen. Sie halten dich in einem Kreislauf des Leidens gefangen."


Der Mönch fragte weiter: "Wie kann man sich von diesen Fesseln befreien?"

Buddha lächelte sanft und sagte: "Die Lösung liegt darin, das Verlangen und die Anhaftungen zu überwinden und zu verstehen. Suche den Weg der inneren Freiheit. Dies bedeutet nicht, deine Familie oder Pflichten zu vernachlässigen, sondern sie mit einem Geist des Gleichmuts und ohne Anhaftungen zu betrachten. Wenn du das Verlangen loslässt, wirst du wahre Freiheit finden."


Der Mönch fragte nach: "Also ist derjenige im Gefängnis besser dran als derjenige, der eine Familie hat?"


Buddha antwortete: "Nicht ganz, denn nur weil du gefangen bist und die Dinge nicht mehr tun kannst, kannst du sie trotzdem begehren. Wenn du aus dem Gefängnis kommst, könntest du diesen Begierden noch mehr verfallen als je zuvor. Sich mit Gleichmut und tiefem Verständnis selbst zu befreien, muss jeder selbst lernen."

Der Mönch verneigte sich und ging, um die Weisheit des Buddha zu verstehen.



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